Verlag Das Brennglas

Kampagne: Schonzeit für Füchse

Kampagne: Schonzeit für Füchse

Von Julia Brunke

Der Fuchs wird in Deutschland ganzjährig gejagt, obwohl die intensive Verfolgung dieses intelligenten und sehr sozialen Tieres aus wissenschaftlicher Sicht nicht nur unnötig, sondern sogar schädlich für das ökologische Gleichgewicht ist. Darum haben verschiedene Organisationen aus den Bereichen Tier- und Naturschutz eine gemeinsame Erklärung verabschiedet, in der sie die Einführung einer umfassenden bundesweiten Schonzeit für Füchse fordern.

Bericht von Julia Brunke

Jedes Jahr werden in Deutschland etwa 600.000 Füchse erschossen, in Fallen gefangen oder aus dem Bau ausgegraben und erschlagen - und dies das ganze Jahr über. Denn der Fuchs ist eine der wenigen Wildtierarten, die in den meisten Bundesländern ganzjährig bejagt werden. Doch was macht man mit so vielen toten Füchsen? Die meisten enden einfach in der Tierkörperbeseitigung, da Fuchspelz kaum noch gefragt ist.

Neben Tier- und Naturschutzorganisationen fordern auch kritische Jäger seit Jahren die Einführung einer Schonzeit für Füchse. Bislang haben immerhin zwei Bundesländer - Berlin und vor kurzem auch das Saarland - erkannt, dass eine Schonzeit für Füchse längst überfällig ist. In Berlin ruht die Jagd auf erwachsene Füchse von Februar bis Oktober; im Saarland wurde im Koalitionsvertrag immerhin eine sechsmonatige Schonzeit mit Beginn im Februar vereinbart.

"Anders als vom Deutschen Jagdschutz-Verband (DJV) und seinen Landesverbänden behauptet, kann von einer wie auch immer gearteten Notwendigkeit, Füchse zur Bestandsreduktion zu bejagen, keine Rede sein", sagt Dag Frommhold, einer der Initiatoren der Kampagne. Der Tierschützer beschäftigt sich seit vielen Jahren intensiv mit dem Fuchs und hat mit fuechse.info Deutschlands umfangreichste Internet-Informationsplattform über den Fuchs ins Leben gerufen.

Um der Forderung nach einer umfassenden Schonzeit für den Fuchs weiteren Nachdruck zu verleihen, haben verschiedene Tier- und Naturschutzorganisationen aus ganz Deutschland eine gemeinsame Erklärung unterzeichnet. Die bislang beteiligten Organisationen und Initiativen – darunter die Albert Schweitzer Stiftung für unsere Mitwelt, Naturefund e.V. und die Ökologisch-Demokratische Partei (ÖDP) und das Tierschutzmagazin "Freiheit für Tiere" – begründen darin, warum eine bundesweite Schonung des Fuchses von Januar bis September längst überfällig ist.

Die "Gemeinsame Erklärung zur Einführung einer Schonzeit für Füchse" und die sich daraus ergebenden Forderungen findet sich auf der eigens eingerichteten Webseite www.schonzeit-fuer-fuechse.de. Hier sind auch die Unterstützer der Kampagne aufgeführt sowie Informationen und Quellen angegeben, welche die Argumentation wissenschaftlich untermauern.